Das Projekt COBASI des Nationalen Forschungsprogramms NRP 81

In vielen ländlichen Gemeinden verändern sich Dienstleistungen von allgemeinem Interesse spürbar. Postämter werden geschlossen, Dorfläden kämpfen ums Überleben, Bankfilialen verschwinden und es wird immer schwieriger, eine langfristige medizinische Versorgung sicherzustellen. Gleichzeitig gibt es in den Dorfzentren Gebäude, die früher genau diese Funktionen erfüllten: ehemalige Postämter, Gasthäuser, kleine Läden, Gemeindezentren und Bahnhöfe. Diese Gebäude sind oft zentral gelegen, leicht zugänglich und prägen weiterhin den Charakter des Ortes. Doch wenn Dienstleistungen verschwinden oder sich grundlegend verändern, verlieren diese Gebäude ihren ursprünglichen Zweck. Das führt zu Leerständen oder Umnutzungen, die nicht mehr als Dienstleistungen von allgemeinem Interesse (DAI) dienen. Und doch besteht nach wie vor ein klarer Bedarf an physischen Orten, die wichtige Dienstleistungen zusammenführen, Begegnungen ermöglichen und als alltägliche Treffpunkte fungieren. Das Projekt versteht diese Orte als wichtige Ankerpunkte für grundlegende Dienstleistungen und das soziale Leben in ländlichen Gemeinden.

 

Transformationsprozesse initiieren

COBASI unterstützt diese Transformationsprozesse der Baukultur und der Dienstleistungen von allgemeinem Interesse in ländlichen Gemeinden. COBASI ist dabei die Abkürzung für Co-creating transformation processes of Baukultur and Services of general Interest in rural municipalities

Baukultur bezieht sich auf das Zusammenspiel von Gebäuden, Strassen und öffentlichen Räumen bei der Gestaltung der gebauten Umwelt. Gerade in ländlichen Gebieten spielen Orte, die grundlegende Dienstleistungen anbieten, oft eine wichtige Rolle bei der Bildung einer lokalen Identität. Sie sind Teil der Geschichte eines Dorfes und dienen als Orientierungspunkte im Alltag. Baukulturelle Qualität entsteht aus dem Zusammenspiel von Gebäude, öffentlichem Raum und Nutzung. Entscheidend ist, ob ein Ort zur Grundversorgung beiträgt, das Dorfzentrum stärkt und als Ort des täglichen Lebens und der sozialen Interaktion fungiert – nicht nur, wie er aussieht. COBASI baut auf diesem erweiterten Verständnis von Baukultur auf, wie es in der von der Schweizerischen Eidgenossenschaft verabschiedeten Davoser Erklärung verankert ist.

  

Handlungsbedarf und Erfahrungsaustausch

Die Anforderungen an Gemeinden und Grundstückseigentümer steigen: Gesetzliche Vorgaben, wirtschaftliche Zwänge, Bauvorschriften oder Denkmalschutz machen Umbauten komplex. Gleichzeitig verändern sich Betriebs- und Geschäftsmodelle, und digitale Dienstleistungen gewinnen an Bedeutung. In diesem Spannungsfeld sind Lösungen gefragt, die sowohl eine Transformation des Gebäudes als auch seines Programms gewährleisten und den spezifischen lokalen Bedürfnissen entsprechen. Das COBASI-Projekt befasst sich daher ausdrücklich mit Fragen der Governance: Wer entscheidet was, mit welchen Instrumenten und durch welche Formen der Zusammenarbeit zwischen Behörden, privaten Eigentümern, Dienstleistern und der Zivilgesellschaft, um eine Wiederbelebung des ländlichen Raums zu erreichen? 

 COBASI verbindet Baukultur und Dienstleistungen von allgemeinem Interesse in ländlichen Gemeinden. Es soll  aufzeigen, wie bestehende Gebäude und zentrale Orte weiterentwickelt werden können, damit Dorfkerne langfristig attraktiv, funktional und lebendig bleiben.

 

Aufbau eines Netzwerks von Praktikern

COBASI verbindet analytische Forschung mit praktischem Engagement. Das Projekt sammelt und analysiert gute Beispiele aus ländlichen Gemeinden in der Schweiz und in ganz Europa, in denen Prozesse der Dorferneuerung stattgefunden haben. Durch die Untersuchung der Beziehung zwischen Baukultur und der Integration von Dienstleistungen von allgemeinem Interesse (SGI) identifiziert diese vergleichende Arbeit wichtige Hebel für erfolgreiche Transformationsprozesse im ländlichen Kontext.

Gleichzeitig baut das Projekt ein Netzwerk von Gemeinden und Fachleuten auf, die direkt an solchen Transformationsprozessen beteiligt sind.

 

Einbezug in einen Ko-Kreations-Prozess

Im Rahmen einer Projektausschreibung nehmen ausgewählte Gemeinden an einem strukturierten Ko-Kreations-Prozess teil. Die aus der analytischen Arbeit gewonnenen Erkenntnisse werden gemeinsam mit lokalen Akteuren in Workshops weiterentwickelt, sodass konkrete und umsetzbare nächste Schritte entstehen können.

Diese Ko-Kreations-Prozesse sind bewusst interdisziplinär angelegt und beziehen Planer, politische Entscheidungsträger, Grundstückseigentümer, Dienstleistungsanbieter und Mitglieder der lokalen Gemeinschaft ein.

Ziel ist es, die Forschungsergebnisse in kontextspezifische Strategien zur Stärkung der Dorfzentren umzusetzen. Diese Erkenntnisse werden gemeinsam mit lokalen Akteuren in Workshops weiterentwickelt, sodass umsetzbare nächste Schritte entstehen können. Diese Ko-Kreations-Prozesse sind bewusst interdisziplinär angelegt und beziehen Planer, politische Entscheidungsträger, Grundstückseigentümer, Betreiber und die lokale Bevölkerung mit ein. Das Ergebnis sind konkrete Erkenntnisse und Empfehlungen, die die Gemeinden bei der Weiterentwicklung ihrer Dorfzentren unterstützen.

 Am Ende stehen übertragbare Erkenntnisse und praktische Empfehlungen für Gemeinden und Praktiker. Diese Ergebnisse werden in politische Empfehlungen umgesetzt, im Rahmen einer Wanderausstellung vorgestellt und diskutiert und tragen zum Aufbau eines Netzwerks von Gemeinden und Fachleuten bei.

 

Das Projekt wird vom Nationalen Forschungsprogramm NFP 81 «Baukultur – für eine ökologische und soziale Transformation der gebauten Umwelt» finanziert und verbindet wissenschaftliche Analyse mit konkreter Umsetzung. 
 

Il progetto COBASI del Programma nazionale di ricerca PNR 81

[Translate to Italian:] In vielen ländlichen Gemeinden verändern sich Dienstleistungen von allgemeinem Interesse spürbar. Postämter werden geschlossen, Dorfläden kämpfen ums Überleben, Bankfilialen verschwinden und es wird immer schwieriger, eine langfristige medizinische Versorgung sicherzustellen. Gleichzeitig gibt es in den Dorfzentren Gebäude, die früher genau diese Funktionen erfüllten: ehemalige Postämter, Gasthäuser, kleine Läden, Gemeindezentren und Bahnhöfe. Diese Gebäude sind oft zentral gelegen, leicht zugänglich und prägen weiterhin den Charakter des Ortes. Doch wenn Dienstleistungen verschwinden oder sich grundlegend verändern, verlieren diese Gebäude ihren ursprünglichen Zweck. Das führt zu Leerständen oder Umnutzungen, die nicht mehr als Dienstleistungen von allgemeinem Interesse (DAI) dienen. Und doch besteht nach wie vor ein klarer Bedarf an physischen Orten, die wichtige Dienstleistungen zusammenführen, Begegnungen ermöglichen und als alltägliche Treffpunkte fungieren. Das Projekt versteht diese Orte als wichtige Ankerpunkte für grundlegende Dienstleistungen und das soziale Leben in ländlichen Gemeinden.

 

Transformationsprozesse initiieren

COBASI unterstützt diese Transformationsprozesse der Baukultur und der Dienstleistungen von allgemeinem Interesse in ländlichen Gemeinden. COBASI ist dabei die Abkürzung für Co-creating transformation processes of Baukultur and Services of general Interest in rural municipalities

Baukultur bezieht sich auf das Zusammenspiel von Gebäuden, Strassen und öffentlichen Räumen bei der Gestaltung der gebauten Umwelt. Gerade in ländlichen Gebieten spielen Orte, die grundlegende Dienstleistungen anbieten, oft eine wichtige Rolle bei der Bildung einer lokalen Identität. Sie sind Teil der Geschichte eines Dorfes und dienen als Orientierungspunkte im Alltag. Baukulturelle Qualität entsteht aus dem Zusammenspiel von Gebäude, öffentlichem Raum und Nutzung. Entscheidend ist, ob ein Ort zur Grundversorgung beiträgt, das Dorfzentrum stärkt und als Ort des täglichen Lebens und der sozialen Interaktion fungiert – nicht nur, wie er aussieht. COBASI baut auf diesem erweiterten Verständnis von Baukultur auf, wie es in der von der Schweizerischen Eidgenossenschaft verabschiedeten Davoser Erklärung verankert ist.

  

Handlungsbedarf und Erfahrungsaustausch

Die Anforderungen an Gemeinden und Grundstückseigentümer steigen: Gesetzliche Vorgaben, wirtschaftliche Zwänge, Bauvorschriften oder Denkmalschutz machen Umbauten komplex. Gleichzeitig verändern sich Betriebs- und Geschäftsmodelle, und digitale Dienstleistungen gewinnen an Bedeutung. In diesem Spannungsfeld sind Lösungen gefragt, die sowohl eine Transformation des Gebäudes als auch seines Programms gewährleisten und den spezifischen lokalen Bedürfnissen entsprechen. Das COBASI-Projekt befasst sich daher ausdrücklich mit Fragen der Governance: Wer entscheidet was, mit welchen Instrumenten und durch welche Formen der Zusammenarbeit zwischen Behörden, privaten Eigentümern, Dienstleistern und der Zivilgesellschaft, um eine Wiederbelebung des ländlichen Raums zu erreichen? 

 COBASI verbindet Baukultur und Dienstleistungen von allgemeinem Interesse in ländlichen Gemeinden. Es soll  aufzeigen, wie bestehende Gebäude und zentrale Orte weiterentwickelt werden können, damit Dorfkerne langfristig attraktiv, funktional und lebendig bleiben.

 

Aufbau eines Netzwerks von Praktikern

COBASI verbindet analytische Forschung mit praktischem Engagement. Das Projekt sammelt und analysiert gute Beispiele aus ländlichen Gemeinden in der Schweiz und in ganz Europa, in denen Prozesse der Dorferneuerung stattgefunden haben. Durch die Untersuchung der Beziehung zwischen Baukultur und der Integration von Dienstleistungen von allgemeinem Interesse (SGI) identifiziert diese vergleichende Arbeit wichtige Hebel für erfolgreiche Transformationsprozesse im ländlichen Kontext.

Gleichzeitig baut das Projekt ein Netzwerk von Gemeinden und Fachleuten auf, die direkt an solchen Transformationsprozessen beteiligt sind.

 

Einbezug in einen Ko-Kreations-Prozess

Im Rahmen einer Projektausschreibung nehmen ausgewählte Gemeinden an einem strukturierten Ko-Kreations-Prozess teil. Die aus der analytischen Arbeit gewonnenen Erkenntnisse werden gemeinsam mit lokalen Akteuren in Workshops weiterentwickelt, sodass konkrete und umsetzbare nächste Schritte entstehen können.

Diese Ko-Kreations-Prozesse sind bewusst interdisziplinär angelegt und beziehen Planer, politische Entscheidungsträger, Grundstückseigentümer, Dienstleistungsanbieter und Mitglieder der lokalen Gemeinschaft ein.

Ziel ist es, die Forschungsergebnisse in kontextspezifische Strategien zur Stärkung der Dorfzentren umzusetzen. Diese Erkenntnisse werden gemeinsam mit lokalen Akteuren in Workshops weiterentwickelt, sodass umsetzbare nächste Schritte entstehen können. Diese Ko-Kreations-Prozesse sind bewusst interdisziplinär angelegt und beziehen Planer, politische Entscheidungsträger, Grundstückseigentümer, Betreiber und die lokale Bevölkerung mit ein. Das Ergebnis sind konkrete Erkenntnisse und Empfehlungen, die die Gemeinden bei der Weiterentwicklung ihrer Dorfzentren unterstützen.

 Am Ende stehen übertragbare Erkenntnisse und praktische Empfehlungen für Gemeinden und Praktiker. Diese Ergebnisse werden in politische Empfehlungen umgesetzt, im Rahmen einer Wanderausstellung vorgestellt und diskutiert und tragen zum Aufbau eines Netzwerks von Gemeinden und Fachleuten bei.

 

Das Projekt wird vom Nationalen Forschungsprogramm NFP 81 «Baukultur – für eine ökologische und soziale Transformation der gebauten Umwelt» finanziert und verbindet wissenschaftliche Analyse mit konkreter Umsetzung. 
 

Le projet COBASI du Programme national de recherche PNR 81

[Translate to French:] In vielen ländlichen Gemeinden verändern sich Dienstleistungen von allgemeinem Interesse spürbar. Postämter werden geschlossen, Dorfläden kämpfen ums Überleben, Bankfilialen verschwinden und es wird immer schwieriger, eine langfristige medizinische Versorgung sicherzustellen. Gleichzeitig gibt es in den Dorfzentren Gebäude, die früher genau diese Funktionen erfüllten: ehemalige Postämter, Gasthäuser, kleine Läden, Gemeindezentren und Bahnhöfe. Diese Gebäude sind oft zentral gelegen, leicht zugänglich und prägen weiterhin den Charakter des Ortes. Doch wenn Dienstleistungen verschwinden oder sich grundlegend verändern, verlieren diese Gebäude ihren ursprünglichen Zweck. Das führt zu Leerständen oder Umnutzungen, die nicht mehr als Dienstleistungen von allgemeinem Interesse (DAI) dienen. Und doch besteht nach wie vor ein klarer Bedarf an physischen Orten, die wichtige Dienstleistungen zusammenführen, Begegnungen ermöglichen und als alltägliche Treffpunkte fungieren. Das Projekt versteht diese Orte als wichtige Ankerpunkte für grundlegende Dienstleistungen und das soziale Leben in ländlichen Gemeinden.

 

Transformationsprozesse initiieren

COBASI unterstützt diese Transformationsprozesse der Baukultur und der Dienstleistungen von allgemeinem Interesse in ländlichen Gemeinden. COBASI ist dabei die Abkürzung für Co-creating transformation processes of Baukultur and Services of general Interest in rural municipalities

Baukultur bezieht sich auf das Zusammenspiel von Gebäuden, Strassen und öffentlichen Räumen bei der Gestaltung der gebauten Umwelt. Gerade in ländlichen Gebieten spielen Orte, die grundlegende Dienstleistungen anbieten, oft eine wichtige Rolle bei der Bildung einer lokalen Identität. Sie sind Teil der Geschichte eines Dorfes und dienen als Orientierungspunkte im Alltag. Baukulturelle Qualität entsteht aus dem Zusammenspiel von Gebäude, öffentlichem Raum und Nutzung. Entscheidend ist, ob ein Ort zur Grundversorgung beiträgt, das Dorfzentrum stärkt und als Ort des täglichen Lebens und der sozialen Interaktion fungiert – nicht nur, wie er aussieht. COBASI baut auf diesem erweiterten Verständnis von Baukultur auf, wie es in der von der Schweizerischen Eidgenossenschaft verabschiedeten Davoser Erklärung verankert ist.

  

Handlungsbedarf und Erfahrungsaustausch

Die Anforderungen an Gemeinden und Grundstückseigentümer steigen: Gesetzliche Vorgaben, wirtschaftliche Zwänge, Bauvorschriften oder Denkmalschutz machen Umbauten komplex. Gleichzeitig verändern sich Betriebs- und Geschäftsmodelle, und digitale Dienstleistungen gewinnen an Bedeutung. In diesem Spannungsfeld sind Lösungen gefragt, die sowohl eine Transformation des Gebäudes als auch seines Programms gewährleisten und den spezifischen lokalen Bedürfnissen entsprechen. Das COBASI-Projekt befasst sich daher ausdrücklich mit Fragen der Governance: Wer entscheidet was, mit welchen Instrumenten und durch welche Formen der Zusammenarbeit zwischen Behörden, privaten Eigentümern, Dienstleistern und der Zivilgesellschaft, um eine Wiederbelebung des ländlichen Raums zu erreichen? 

 COBASI verbindet Baukultur und Dienstleistungen von allgemeinem Interesse in ländlichen Gemeinden. Es soll  aufzeigen, wie bestehende Gebäude und zentrale Orte weiterentwickelt werden können, damit Dorfkerne langfristig attraktiv, funktional und lebendig bleiben.

 

Aufbau eines Netzwerks von Praktikern

COBASI verbindet analytische Forschung mit praktischem Engagement. Das Projekt sammelt und analysiert gute Beispiele aus ländlichen Gemeinden in der Schweiz und in ganz Europa, in denen Prozesse der Dorferneuerung stattgefunden haben. Durch die Untersuchung der Beziehung zwischen Baukultur und der Integration von Dienstleistungen von allgemeinem Interesse (SGI) identifiziert diese vergleichende Arbeit wichtige Hebel für erfolgreiche Transformationsprozesse im ländlichen Kontext.

Gleichzeitig baut das Projekt ein Netzwerk von Gemeinden und Fachleuten auf, die direkt an solchen Transformationsprozessen beteiligt sind.

 

Einbezug in einen Ko-Kreations-Prozess

Im Rahmen einer Projektausschreibung nehmen ausgewählte Gemeinden an einem strukturierten Ko-Kreations-Prozess teil. Die aus der analytischen Arbeit gewonnenen Erkenntnisse werden gemeinsam mit lokalen Akteuren in Workshops weiterentwickelt, sodass konkrete und umsetzbare nächste Schritte entstehen können.

Diese Ko-Kreations-Prozesse sind bewusst interdisziplinär angelegt und beziehen Planer, politische Entscheidungsträger, Grundstückseigentümer, Dienstleistungsanbieter und Mitglieder der lokalen Gemeinschaft ein.

Ziel ist es, die Forschungsergebnisse in kontextspezifische Strategien zur Stärkung der Dorfzentren umzusetzen. Diese Erkenntnisse werden gemeinsam mit lokalen Akteuren in Workshops weiterentwickelt, sodass umsetzbare nächste Schritte entstehen können. Diese Ko-Kreations-Prozesse sind bewusst interdisziplinär angelegt und beziehen Planer, politische Entscheidungsträger, Grundstückseigentümer, Betreiber und die lokale Bevölkerung mit ein. Das Ergebnis sind konkrete Erkenntnisse und Empfehlungen, die die Gemeinden bei der Weiterentwicklung ihrer Dorfzentren unterstützen.

 Am Ende stehen übertragbare Erkenntnisse und praktische Empfehlungen für Gemeinden und Praktiker. Diese Ergebnisse werden in politische Empfehlungen umgesetzt, im Rahmen einer Wanderausstellung vorgestellt und diskutiert und tragen zum Aufbau eines Netzwerks von Gemeinden und Fachleuten bei.

 

Das Projekt wird vom Nationalen Forschungsprogramm NFP 81 «Baukultur – für eine ökologische und soziale Transformation der gebauten Umwelt» finanziert und verbindet wissenschaftliche Analyse mit konkreter Umsetzung. 
 

The COBASI project of the National Research Program NRP 81

[Translate to English:] In vielen ländlichen Gemeinden verändern sich Dienstleistungen von allgemeinem Interesse spürbar. Postämter werden geschlossen, Dorfläden kämpfen ums Überleben, Bankfilialen verschwinden und es wird immer schwieriger, eine langfristige medizinische Versorgung sicherzustellen. Gleichzeitig gibt es in den Dorfzentren Gebäude, die früher genau diese Funktionen erfüllten: ehemalige Postämter, Gasthäuser, kleine Läden, Gemeindezentren und Bahnhöfe. Diese Gebäude sind oft zentral gelegen, leicht zugänglich und prägen weiterhin den Charakter des Ortes. Doch wenn Dienstleistungen verschwinden oder sich grundlegend verändern, verlieren diese Gebäude ihren ursprünglichen Zweck. Das führt zu Leerständen oder Umnutzungen, die nicht mehr als Dienstleistungen von allgemeinem Interesse (DAI) dienen. Und doch besteht nach wie vor ein klarer Bedarf an physischen Orten, die wichtige Dienstleistungen zusammenführen, Begegnungen ermöglichen und als alltägliche Treffpunkte fungieren. Das Projekt versteht diese Orte als wichtige Ankerpunkte für grundlegende Dienstleistungen und das soziale Leben in ländlichen Gemeinden.

 

Transformationsprozesse initiieren

COBASI unterstützt diese Transformationsprozesse der Baukultur und der Dienstleistungen von allgemeinem Interesse in ländlichen Gemeinden. COBASI ist dabei die Abkürzung für Co-creating transformation processes of Baukultur and Services of general Interest in rural municipalities

Baukultur bezieht sich auf das Zusammenspiel von Gebäuden, Strassen und öffentlichen Räumen bei der Gestaltung der gebauten Umwelt. Gerade in ländlichen Gebieten spielen Orte, die grundlegende Dienstleistungen anbieten, oft eine wichtige Rolle bei der Bildung einer lokalen Identität. Sie sind Teil der Geschichte eines Dorfes und dienen als Orientierungspunkte im Alltag. Baukulturelle Qualität entsteht aus dem Zusammenspiel von Gebäude, öffentlichem Raum und Nutzung. Entscheidend ist, ob ein Ort zur Grundversorgung beiträgt, das Dorfzentrum stärkt und als Ort des täglichen Lebens und der sozialen Interaktion fungiert – nicht nur, wie er aussieht. COBASI baut auf diesem erweiterten Verständnis von Baukultur auf, wie es in der von der Schweizerischen Eidgenossenschaft verabschiedeten Davoser Erklärung verankert ist.

  

Handlungsbedarf und Erfahrungsaustausch

Die Anforderungen an Gemeinden und Grundstückseigentümer steigen: Gesetzliche Vorgaben, wirtschaftliche Zwänge, Bauvorschriften oder Denkmalschutz machen Umbauten komplex. Gleichzeitig verändern sich Betriebs- und Geschäftsmodelle, und digitale Dienstleistungen gewinnen an Bedeutung. In diesem Spannungsfeld sind Lösungen gefragt, die sowohl eine Transformation des Gebäudes als auch seines Programms gewährleisten und den spezifischen lokalen Bedürfnissen entsprechen. Das COBASI-Projekt befasst sich daher ausdrücklich mit Fragen der Governance: Wer entscheidet was, mit welchen Instrumenten und durch welche Formen der Zusammenarbeit zwischen Behörden, privaten Eigentümern, Dienstleistern und der Zivilgesellschaft, um eine Wiederbelebung des ländlichen Raums zu erreichen? 

 COBASI verbindet Baukultur und Dienstleistungen von allgemeinem Interesse in ländlichen Gemeinden. Es soll  aufzeigen, wie bestehende Gebäude und zentrale Orte weiterentwickelt werden können, damit Dorfkerne langfristig attraktiv, funktional und lebendig bleiben.

 

Aufbau eines Netzwerks von Praktikern

COBASI verbindet analytische Forschung mit praktischem Engagement. Das Projekt sammelt und analysiert gute Beispiele aus ländlichen Gemeinden in der Schweiz und in ganz Europa, in denen Prozesse der Dorferneuerung stattgefunden haben. Durch die Untersuchung der Beziehung zwischen Baukultur und der Integration von Dienstleistungen von allgemeinem Interesse (SGI) identifiziert diese vergleichende Arbeit wichtige Hebel für erfolgreiche Transformationsprozesse im ländlichen Kontext.

Gleichzeitig baut das Projekt ein Netzwerk von Gemeinden und Fachleuten auf, die direkt an solchen Transformationsprozessen beteiligt sind.

 

Einbezug in einen Ko-Kreations-Prozess

Im Rahmen einer Projektausschreibung nehmen ausgewählte Gemeinden an einem strukturierten Ko-Kreations-Prozess teil. Die aus der analytischen Arbeit gewonnenen Erkenntnisse werden gemeinsam mit lokalen Akteuren in Workshops weiterentwickelt, sodass konkrete und umsetzbare nächste Schritte entstehen können.

Diese Ko-Kreations-Prozesse sind bewusst interdisziplinär angelegt und beziehen Planer, politische Entscheidungsträger, Grundstückseigentümer, Dienstleistungsanbieter und Mitglieder der lokalen Gemeinschaft ein.

Ziel ist es, die Forschungsergebnisse in kontextspezifische Strategien zur Stärkung der Dorfzentren umzusetzen. Diese Erkenntnisse werden gemeinsam mit lokalen Akteuren in Workshops weiterentwickelt, sodass umsetzbare nächste Schritte entstehen können. Diese Ko-Kreations-Prozesse sind bewusst interdisziplinär angelegt und beziehen Planer, politische Entscheidungsträger, Grundstückseigentümer, Betreiber und die lokale Bevölkerung mit ein. Das Ergebnis sind konkrete Erkenntnisse und Empfehlungen, die die Gemeinden bei der Weiterentwicklung ihrer Dorfzentren unterstützen.

 Am Ende stehen übertragbare Erkenntnisse und praktische Empfehlungen für Gemeinden und Praktiker. Diese Ergebnisse werden in politische Empfehlungen umgesetzt, im Rahmen einer Wanderausstellung vorgestellt und diskutiert und tragen zum Aufbau eines Netzwerks von Gemeinden und Fachleuten bei.

 

Das Projekt wird vom Nationalen Forschungsprogramm NFP 81 «Baukultur – für eine ökologische und soziale Transformation der gebauten Umwelt» finanziert und verbindet wissenschaftliche Analyse mit konkreter Umsetzung.